Grabung LIENZ

Kultkontinuität auf dem "Klosterfrauenbichl" in Lienz/Osttirol - vom Stammesheiligtum der keltischen Laianken zum ländlichen römerzeitlichen Kultplatz

Oberhalb des beschaulichen Städtchens Lienz befindet sich auf dem Klosterfrauenbichl ein Fundplatz von besonderer Bedeutung. Sowohl auf der Hügelkuppe als auch auf den Terrassen des Hügels lassen sich Spuren des latène- und römerzeitlichen Heiligtums nachweisen.

Aus keltischer Zeit stammen viele Weihegaben wie kleinformatige eiserne Feuerböcke mit Stierkopfenden, einzelne Fibeln, bronzene Votivleche mit Punzverzierung und zahlreiche Kleinsilbermünzen. Von besonderem Interesse ist eine bronzene Votivfigur eines nackten Kriegers, der wohl in den beiden Händen Waffen trug. Bisher konnten keine baulichen Befunde mit Sicherheit der Latènezeit zugewiesen werden, aber trotzdem lässt sich der Platz als Stammesheiligtum der Laianken bestimmen. Ein deutlicher Hinweis darauf ist der Fund mehrerer Fragmente einer Carnyx, der keltischen Kriegstrompete mit Wildschwein- oder Drachenkopf.

Mit dem Alpenfeldzug der römischen Armee gelangte das für die Kelten so wichtige Heiligtum in einen überregionalen Fokus und in der frühen Kaiserzeit zur größten Blüte. Waffenfunde und zahlreiche Schuhnägel römischer Legionäre legen einen Angriff auf den heiligen Platz nahe, in den sich die heimische Bevölkerung wohl zurückgezogen hatte. 

Mit der fortdauernden Anwesenheit der Römer und der Provinzwerdung Noricums wurde der Hügel mit einer sorgfältig gesetzten und verputzten Umfassungsmauer umgeben. 

Von besonderer Aussagekraft sind mehrere hundert archäologische Fundstücke der römischen Epoche, die im Lauf der Zeit im Heiligtum kultisch deponiert worden sind und ein einzigartige Repertoire für Tirol und ganz Österreich darstellen. Auch in der römischen Kaiserzeit wurden Münzen, Schmuck und Fibeln in großen Mengen niedergelegt.

Das Heiligtum in Lienz mit diesen vielen Votiven stellt sich in diesem Zusammenhang als besonders interessant dar, weil hier erstmals der Fundzusammenhang in einem Heiligtum eindeutig erkannt und analysiert werden kann.

Zentrale Forschungsfragen des Grabungsteams: Wie lief der militärische Konflikt mit Ankunft der römischen Armee um und im keltischen Stammesheiligtum ab? Wie verändern sich das Heiligtum und die kultischen Aktivitäten unter den neuen Machthabern? Wie ist der Bezug des Heiligtums zum nahegelegenen Municipium Aguntum und warum bildet sich die soziale städtische Elite bislang im Stammesheiligtum nicht ab, obwohl eine Frequentierung bis ans Ende des 4. Jhs. nachweislich ist? 

Termin: Juli 2020 (genauer Termin folgt nach Abstimmung mit der Grabung in Kürze)

Preis: Wird in Kürze bekanntgegeben  

  

Leistungen:

  • Alle Transfers und Rundfahrten im Kleinbus mit Aircondition
  • 7 Übernachtungen in einem guten ***Hotel (Landes-Klassifizierung) im Zweibettzimmer mit Du/WC mit Frühstück (falls gleichgeschlechtlicher Partner möglich, sonst upgrading auf EZ).
  • Mo - Fr Grabungsteilnahme inkl. Mittagsjause auf der Grabung (geeignetes Wetter vorausgesetzt)
  • Mindestens 2 wissenschaftliche Vorträge durch Grabungs- und Reiseleitung
  • Durchgehende Betreuung durch die Archäologen und akademischen Reiseleiter während der Grabung
  • Einführung in archäologische Arbeitsmethoden und Grundlagen
  • Ein Exkursionstag zu umliegenden Fundstellen und Museen inkl. Museumseintritte
  • Literatur zum vorbereitenden Einlesen (elektronisch übermittelt)
  • Alle benötigten Werkzeuge vor Ort