Anthropologische Grabung DMANISSI

Die homininen Fossilien von Dmanissi gelten mit 1,85 Millionen Jahren als die ältesten außerhalb Afrikas entdeckten Fossilien aus dem Formenkreis der Hominini, der engsten Vorfahren des Menschen. Ihre Überreste wurden seit 1991 unter Leitung von David Lortkipanidse bei Dmanissi in Georgien ausgegraben und als Angehörige der Gattung Homo gedeutet. Sie gelten als mögliches Bindeglied zwischen den frühesten Vertretern der Gattung Homo aus Afrika und den späteren, aus Asien bekannten Fossilien des Homo erectus - und belegen, daß Vertreter der Gattung Homo 300.000 Jahre früher nach Eurasien vordrangen, als zuvor von der internationalen Zunft der Anthropologen angenommen.

Die ersten Funde menschlicher Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Georgiens reichen weit in die Geschichte zurück. War man früher der Überzeugung, dass die Wiege der Menschheit in Afrika stünde, so wurde diese These durch Funde in Georgien in Frage gestellt. Zudem ergaben sich neue Hinweise auf das Sozialverhalten der Frühmenschen, als man zahnlose Schädel fand.

 

Die Siedlung Dmanissi liegt rund 85 Kilometer südwestlich von Tbilissi. Hier steht auf einem dreieckigen Vulkanplateau zwischen zwei Flüssen eine mittelalterliche Ruinenstadt. Die Stadt lag am georgischen Ast der Seidenstraße und war im Mittelalter ein wichtiger Stützpunkt für den internationalen Handel.

 

Im Jahr 1936 begannen georgische Archäologen mit der Ausgrabung von Siedlungsresten der mittelalterlichen Anlage. Dabei stellte sich heraus, dass das Plateau bereits zur Zeit von Christi Geburt besiedelt war. 

 

Im Jahr 1983 fanden Archäologen Knochen von Elefanten und Nashörnern, die in diesem Gebiet längst ausgestorben waren. Diese Funde deuteten schon auf eine längere Nutzung des Plateaus und eine andere Vegetation als die heutige hin. 

 

Die große Sensation bahnte sich dann ein paar Jahre später an. 

 

Im Jahr 1991 begann ein Team aus georgischen und deutschen Archäologen sowie Wissenschaftlern anderer Disziplinen mit weiteren Ausgrabungen in Dmanissi. Die deutsche Archäologin Dr. Antje Justus stieß 1991 unterhalb des Schädels einer großen Säbelzahnkatze auf einen menschlichen Unterkiefer, der in der Fachwelt Staunen auslöste. Man datierte sein Alter auf 1,7 bis 1,8 Millionen Jahre. Der Unterkiefer wies eine komplette Zahnreihe auf. In seinem Kontext fanden sich Steinwerkzeuge und Knochen von heute ausgestorbenen Tieren. 

 

In unmittelbarer Nähe tauchten im Sommer 1999 in 1,25 Meter Tiefe zwei Schädel auf. Diese sind ebenfalls rund 1,75 Millionen Jahre alt, sie gehören einem erwachsenen und einem jugendlichen Mann und sind fast komplett erhalten. Die Einordnung dieser beiden Schädel löste eine Debatte darüber aus, ob in Dmanissi zur gleichen Zeit zwei unterschiedliche Spezies gelebt haben. Diese durch den Fund in Georgien nun wieder angefachte Diskussion sorgte dafür, dass alle bisherigen Funde aus dem Stammbaum des Homo Sapiens neu bewertet und eingeordnet wurden. 

 

In den folgenden Jahren wurden weitere zwei Schädel ausgegraben. Diese Schädel gehörten alten Menschen, sie weisen keine Zähne mehr auf, die beiden Menschen haben aber ohne Zähne mehrere Jahre lang gelebt. Sie müssen also von den anderen Menschen ihrer Gruppe versorgt worden sein. Diese beiden Schädel dokumentieren ein ausgeprägtes Sozialverhalten des frühen Menschen.

Laien mit Interesse an der Entstehungsgeschichte der Menschheit können nunmehr im Sommer 2020 an dieser sensationellen Grabung teilnehmen und gemeinsam mit dem international zusammengesetzten Team die frühe Geschichte unserer Art erforschen.

 

Die anthropologischen Vorträge des zweiwöchigen Grabungstermins 2020 vermitteln Basiswissen und spezielle Facetten dieses Themas , dazu erfolgen theoretische und praktische Einführungen in die moderne Grabungsmethodik, in die aktuellen Altersbestimmungsmethoden sowie auch Vermessungskunde.

 

Gruppe: Zur Sicherung einer optimalen Wissensvermittlung und funktionierenden Gruppendynamik umfassen unsere Gruppen bei Grabungen 5 bis 8 Teilnehmer. Bei 3 - 4 Teilnehmern erheben wir 20% Kleingruppenaufschlag auf den Normalpreis (ohne Flüge und EZ). 

 

Termin: 30.6. – 14.7. 2020 (zwei Wochen)

 

Preis: Wird noch bekanntgegeben

 

Detailprogramm auf Anfrage!

 

Hinweis: Grabungslizenzen müssen in der Regel jedes Jahr bei den zuständigen Behörden neu beantragt werden. Aus verschiedensten Gründen kann es auch zur Ablehnung eines Antrags kommen. Oft werden die Lizenzen auch erst wenige Wochen vor Beginn einer Grabung ausgestellt. Da wir darauf keinen Einfluss nehmen können, ist eine Absage unserer Grabungsreise wegen nicht erteilter Grabungslizenz nicht auszuschliessen.

 

Aus organisatorischen Gründen erhalten Sie daher vorerst eine Anmeldebestätigung zu unserer Grabungsreise.

Die Buchungsbestätigung stellen wir aus, sobald die Grabungslizenz ausgestellt wurde. Wir empfehlen Flug- und Bahntickets etc. erst nach Erhalt unserer Buchungsbestätigung zu kaufen, um unnötige Stornokosten zu vermeiden, für welche wir keine Haftung übernehmen können.

 

Aufgrund der sehr begrenzten Teilnehmerzahl bei unseren Grabungsreisen ist eine frühe Anmeldung zur Reise dennoch empfehlenswert - nur mit einer Anmeldebestätigung ist Ihre Teilnahme an der Grabungsreise gesichert!