BURGBICHL bei IRSCHEN - Eine spätantike Höhensiedlung im Noricum

 

Irschen im österreichischen Kärnten - Die Erforschung dieser spätantiken Höhensiedlung im oberen Drautal steckt zwar noch in den Kinderschuhen, jedoch traten bereits nach zwei Grabungssaisonen in den Jahren 2016 und 2017 überraschende Funde und Befunde zutage.

 

Entdeckt wurde die Fundstelle durch einen aktiven Heimatforscher, der seine Tätigkeit an der Universität Innsbruck meldete. Gut erhaltene Mauerreste auf einem Hügelrücken erweckten das Interesse der Archäologen, woraufhin dieses Forschungsprojekt initiiert wurde. Ab 2018 darf die ARGE Archäologie bei den Arbeiten der Universität Innsbruck, unter der Leitung von Assoz.-Prof. Dr. Gerald Grabherr und Dr. Barbara Kainrath, aktiv dabei sein. Die Grabung wird in Kooperation mit dem Institut für Kulturgeschichte der Antike der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Kooperationspartner Priv.-Doz. Dr. Christian Gugl)

 

Der Burgbichl erhebt sich an der Südseite der Drau circa 770 m über dem Talboden. Ein Zugang ist nur von Norden kommend möglich, die anderen Seiten sind sehr steil und schwer bezwingbar, was strategische Vorteile mit sich bringt. Auf der Kuppe erstreckt sich ein trapezförmiges Areal von einem knappen Hektar, das als Siedlungsplatz zur Verfügung steht. Dieser erstreckt sich auf Hängen und einzelnen Plateaus und wird zumindest an der Nordseite von einer Mauer umgeben. Vor allem im Osten zeichnen sich einzelne Terrassen ab. Alle diese Merkmale könnten für eine Interpretation als spätantike Höhensiedlung sprechen, was den Ausgangspunkt der Untersuchungen darstellte.

 

2016 konnte die bis zu 1,5 m hoch erhaltene, massive Steinmauer freigelegt werden, die die Siedlung gegen Norden befestigen sollte.
Am höchsten Punkt des Hügelrückens vermutete man das religiöse Zentrum. Ein Grabungsschnitt könnte dies eindeutig feststellen und noch dazu mit überraschend gut erhaltenen baulichen Strukturen. So fand man die Apsis einer frühen christlichen Kirche mit den Ausmaßen von 11.5 x 18,5 m, Teile des Zentralraumes und sogar Reste des Fußbodens, in dem auch eine zweiteilige Marmorschwelle eingelassen war. Sehr erfreulich für das Grabungsteam war die große Zahl an Marmorbruchstücken, zu denen auch ein gut erhaltenes Säulenkapitell gehört, das möglicherweise einen Bestandteil der Altarschranke bildete.

 

Weitere Forschungen galten dem potentiellen Wohnbereich im Osten der Anlage. Neben zahlreichen Mauerresten konnten sogar flächig Wandverputz freigelegt werden. Nicht nur die baulichen Befunde waren Grund zur Freude - Kleinfunde wie Fibeln, Münzen, verschiedenste Metallgegenstände sowie zahlreiche Keramikbruchstücke halfen bei der Datierung der Befunde, die scheinbar bis ins 3. Jahrhundert nach Christus zurückreichen. Der Fund eines Antoninian des Gallienus ermöglichte die Festlegung eines terminus post quem für die Errichtung der Umfassungsmauer auf die Jahre 265/266 nach Christus.

 

In den nächsten Jahren konzentriert sich die Forschung auf die Datierung der baulichen Befunde, die Frage der Wasserversorgung und auch die Lokalisierung der Toranlage sowie etwaiger Türme. Aufgrund der gut erhaltenen Stratigraphie gilt diese Höhensiedlung am Knotenpunkt zweier antiker Straßen als vielversprechende Quelle für die weitere Erforschung der spätantiken Zeit im Noricum. Nun haben Sie die Gelegenheit diese Forschungen selbsttätig durch Ihre aktive Mitarbeit sowie mit der im Reisepreis inbegriffenen Spende an die Grabung voranzutreiben.

 

Neben fünf Tagen der aktiven Mitarbeit auf der Grabung warten zumindest zwei abendliche Vorträge zu projektrelevanten Themen sowie ein Ausflugstag auf Sie, an dem wir Fundstellen und Museen in der näheren Umgebung erkunden.

 

Aufgrund des 20-minütigen Aufstiegs zur Grabungsstelle ist ein durchschnittliches Maß an Fitness und Wanderlust für die Teilnahme an der Grabung erforderlich.

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website der Universität Innsbruck: Klick

 

Ein Zeitungsartikel der Tageszeitung DerStandard berichtete am 3. August 2017 über die laufenden Forschungen: Klick

 

Termine: 

SA 13. Juli - SA 20. Juli 2019

 

Gruppe: 

Zur Sicherung einer optimalen Wissensvermittlung und funktionierenden Gruppendynamik umfassen unsere Gruppen bei Grabungen 6 bis 8 Teilnehmer. Bei 3 - 5 Teilnehmern erheben wir 20% Kleingruppenaufschlag auf den Normalpreis (ohne Flüge und EZ). Bei 1 - 2 Teilnehmern erheben wir 40% Individualreiseaufschlag auf den Normalpreis (ohne Flüge und EZ). 

 

Preis:

ab € 1.680,- bis/ab Villach (lt. u.a. Leistungen). Anreise nicht inkludiert (gerne organisiert und bucht unser Reiseveranstalterpartner Ihre Anreise für Sie). EZ-Zuschlag € 210,-.  Hinzu kommt ein einmaliger Vereinsmitgliedschaftsbeitrag von € 18,- bei der ersten Reise im Kalenderjahr - es können ausschließlich Vereinsmitglieder an den Reisen der ARGE Archäologie teilnehmen. Die Mitgliedschaft erlischt automatisch mit Ende des Kalenderjahres.

 

Bei Bestellung eines Reisegutscheins bis 31.12. 2018 sparen Sie € 200,- pro Teilnehmer.

 

Bitte beachten Sie, daß sich die genannten Grabungtermine aufgrund universitätsinterner Planungen noch geringfügig verschieben können. Wir aktualisieren jeweils sofort nach Information durch die kooperierenden Universitäten und wissenschaftlichen Institute und können keine Haftung übernehmen, falls Sie Ihre Anreise selbst buchen. 

 

Leistungen:

  • Alle Transfers und Rundfahrten im Kleinbus mit Aircondition
  • 7 Übernachtungen in guten ***Hotels (Landes-Klassifizierung), jeweils in Zweibettzimmern mit Du/WC mit Frühstück (falls gleichgeschlechtlicher Partner möglich, sonst upgrading auf EZ).
  • Mo - Fr Grabungsteilnahme inkl. Mittagsjause auf der Grabung (geeignetes Wetter vorausgesetzt)
  • Mindestens 2 wissenschaftliche Vorträge durch Grabungs- und Reiseleitung
  • Durchgehende Betreuung durch die Archäologen und akademischen Reiseleiter während der Grabung
  • Einführung in archäologische Arbeitsmethoden und Grundlagen
  • Ein Exkursionstag zu umliegenden Fundstellen und Museen inkl. Museumseintritte
  • Literatur zum vorbereitenden Einlesen (elektronisch übermittelt)
  • Alle benötigten Werkzeuge vor Ort

Gültiger Reisepass oder Personalausweis erforderlich!