VALCAMONICA - Felsbildgalerie der Urgeschichte

 

Valcamonica – das Tal der Cammunier, benannt nach einem eisenzeitlichen Stamm, der im Zuge des Alpenfeldzuges um 15 v. Chr erwähnt und von den Römern unterworfen wird. 1914 kam es zu den ersten Berichten über Felsritzungen, deren Anzahl bis heute nicht eindeutig festgestellt werden konnte – einerseits weil noch keine exakte Zählung stattgefunden hat, andererseits weil noch zahlreiche Kunstwerke der Urgeschichte auf ihre Entdeckung warten. Schätzungen liegen zwischen 100.000 und 200.000 einzelnen Bildnissen, die meist ein Teil eines größeren Gesamtwerkes sind. Der Große Stein von Paspardo, auch bekannt als der Stein der Rosen, trägt allein 650 Ritzungen.

 

Während unserer Reise durch das Tal der Cammunier besichtigen wir diese rätselhaften Kunstwerke vergangener Kulturen, die vom Mesolithikum ab 8.500 v. Chr. bis in die Eisenzeit reichen, sowie archäologische Evidenz in Form ihrer Siedlungen, Friedhöfe und religiöser Orte. Auf der Suche nach Felsbildern, abseits der üblichen Touristenpfade, werden wir uns immer wieder Zeit nehmen, die pittoreske Landschaft zu genießen – sei es zum Fotografieren, zum Verschnaufen oder einfach um Ruhe in der Natur zu genießen. Auch die kulinarische Seite einer Reise in die Lombardei wird nicht zu kurz kommen. Unsere Ausflugstage lassen wir in gemütlichen, typisch einheimischen Gastwirtschaften ausklingen.

 

Termin: SO 9. - FR 14. September 2018

Reiseleitung: Sebastian Krutter BA, Archäologe und Spezialist für prähistorische Felsbilder

Preis: Wird in Kürze bekanntgegeben. Ohne Flüge ab/bis Mailand. Inklusive Nächtigung mit Frühstück. Einzelzimmerzuschlag 30 €/Nacht.

 

 

Reiseprogramm (Ausführliche Beschreibung auf Anfrage!):

 

Tag 1: Anreisetag

 

Nach der Ankunft aller Teilnehmer am Flughafen Mailand begeben wir uns in unser Hotel in Boario, um unser Gepäck abzuladen und uns gegebenenfalls den Wetterbedingungen angepasst zu kleiden.

Unser erstes Ziel nach der Anreise ist der archäologische Park von Luine. Auf einer geschützten Fläche von rund 10 ha befinden sich über 100 Felsen mit Ritzungen verschiedenster Epochen. Hier finden sich die ältesten Darstellungen, die Menschen im Valcamonica hinterlassen haben. Nomadische oder halbnomadische Stämme hinterließen geritzte Abbilder von laufenden Wildtieren – möglicherweise im Zusammenhang mit Jagdszenen, die sie aus Ehrfurcht vor der Natur und für die Nachwelt hinterließen.

Der ausgedehnte Park am Hügel von Luine bietet einen guten Überblick zu den Felsbildern von Valcamonica und ist somit der ideale Ausgangspunkt für unsere Reise. In aller Ruhe werden wir den Nachmittag im Gelände verbringen, über die verschiedenen Kunstwerke, deren Geschichte und Bedeutung diskutieren und ganz nebenbei den herrlichen Ausblick in das Tal bis hinunter zum Lago d’Iseo genießen.

 

 

Nach dem gemeinsamen Abendessen führt der Reiseleiter in die unterschiedlichen Kulturen der Urgeschichte, vom Paläolithikum bis in die Frühgeschichte, ein – mit einem speziellen Fokus auf die Besiedlungsgeschichte des Tales der Cammunier.

 

Tag 2:

 

Nach dem Frühstück (ca. 8:30 h) begeben wir uns zum archäologischen Park von Nequane (Capo di Ponte), wo 104 gravierte Felsformationen von den Besuchern dieses, durch die UNESCO geschützten, Areals von 13 ha bestaunt werden können. Im ganzen Tal finden sich ausgedehnte Flächen von grauem Sandstein mit Purpurtönen, die während der letzten Eiszeit glattgeschliffen wurden und so ihr charakteristisches Aussehen erhielten, für welches das Tal der Cammunier bekannt ist. Schon die prähistorische Bevölkerung schätzte diese Formationen auf besondere Weise, sodass sie sich durch ihre Kunstwerke auf ihnen verewigten.

 

 

Nachmittags besuchen wir das malerische Bergdorf Pescarzo, oberhalb von Capo di Ponte und genießen den Blick über Valle Camonica bevor wir uns zu den Felsbildern von Seradina und Bedolina begeben, die auf einem Höhenrücken über dem Fluss Oglio liegen, welcher durch das Tal Richtung Süden fließt. 

 

Tag 3:

 

Nach dem Frühstück besuchen wir die neolithischen und eisenzeitlichen Hausrekonstruktionen von Foppe di Nadro. Neben den begehbaren, urgeschichtlichen Wohnanlagen bietet sich die Möglichkeit die zahlreichen bronzezeitlichen Darstellungen von Waffen und Werkzeugen zu betrachten.

 

Nach einem etwa zweistündigen Aufenthalt begeben wir uns auf die andere Seite des Tales, über der das Castello di Cimbergo thront. Nach der Besichtigung dieser besonders schön gelegenen Burg, verköstigen wir uns im Ort Cimbergo selbst, um gestärkt den Wanderweg zu den lokalen Felsbildern – über 100 sind bekannt, davon 12 auf dem Rundweg – zu beschreiten. 

 

Nach einer wohlverdienten Pause bei italienischem Kaffee führt uns unsere Reise durch die Geschichte des Valcamonica zu einem eisenzeitlichen Siedlungsplatz zwischen den Ortschaften Ossimo und Borno


Sollte es die Zeit erlauben, begeben wir uns zu einer nahegelegenen Gruppe von Felsbildern bei Ossimo.

 

Tag 4:

 

Nachdem wir das Valle Camonica intensiv erkundet haben, führt uns unser letzter Reisetag in etwas weiter entfernte Gebiete – in das Valtellina, ein weniger bekanntes, jedoch nicht weniger spektakuläres Tal, wenn es um Felsbilder geht.
Nach etwa 90-minütiger Fahrt erreichen wir Grosio, dessen Burgenkomplex majestätisch über der heutigen Ortschaft auf einem Hügelrücken, umspült von zwei Flüssen, thront.

Am Fuße dieses Hügelrückens finden wir das größte bisher bekannte Felsbild der Alpen – den Rupe Magna. 5454 Figuren zieren eine Oberfläche von 342 m².

 

 

Am Rückweg ins Valcamonica halten wir in Sonico und wandern durch einen Kastanienwald zu den Petroglyphen von Coren dell Fate im Naturpark Adamello. 

 

Tag 5: Individuelle Heimreise oder Transfer zum Flughafen Mailand.