LURISTAN - vergessener Ursprung des Iran

Der Klang bronzener Gefäße und Schmuckstücke, die Rhythmen sinnesverwirrender Tänze scheinen mitzuschwingen, wenn man die alte Bezeichnung Luristan ausspricht. Erst seit einigen Jahrzehnten werden schemenhaft die Umrisse jener Kultur lebendig, die vom 3. Jahrtausend bis zum 7. Jahrhundert vor Christus im Zagros-Gebirge des heutigen West-Iran zuhause war.

 

Luristan ist eine der ältesten, heute auch eine der weniger bekannten Regionen des Iran, abseits der großen Touristenströme. Landschaftlich ist Luristan wohl eine der schönsten und stimmungsvollsten Gebiete dieses riesigen Landes - tiefe Schluchten, einmalige Hochplateaus, schneebedeckte Berggipfel verzaubern die spärlichen Besucher.

Siedlungen existieren hier seit dem 3. und dem 4. Jahrtausend v. Chr., danach stand die Region erst unter der Herrschaft der Sumerer, dann der Elamiter, bis dann die Perser um 600 v. Chr. einwanderten. Danach verlosch die eigenständige Kultur der Luristaner.

 

In der Bronzezeit jedoch genoss die Region Luristan einen legendären Ruf – die lurischen Bronzeschmiede produzierten prächtige Dolche, Schwerter und Pferdegeschirre für Adlige und andere vermögende Kunden in Babylon und Assyrien und ließen sich ihre Kunst teuer bezahlen.

 

Die Entwicklung der Bronzetechnologie hatte dabei schon im vierten Jahrtausend v. Chr. im benachbarten Mesopotamien begonnen. Die dafür benötigten Rohstoffe wurden auch aus dem Zagrosgebirge Luristans importiert.

 

Dadurch hatten die Nomadenstämme dieser Bergregion Anteil an der allgemeinen technologischen Entwicklung und entwickelten selbst die Bronzekunst in Luristan zu einer eigenständigen Blüte. Die technische Perfektion, bizarre künstlerische Abstraktion und der Formenreichtum lurischer Bronzen fasziniert Fachleute und Laien gleichermassen.

 

Gemeinsam mit einem Archäologen und ausgewiesenen Irankenner durchstreifen wir das verwunsche Reich des alten Luristan und benachbarte interessante Regionen, entdecken längst vergessene Paläste, Tempel und Burgen, erfreuen uns an kleinen Begegnungen mit der noch sehr ursprünglich lebenden Bevölkerung, atmen auf kleinen Wanderungen die frische Bergluft grüner Höhenalmen und besuchen vielleicht sogar die letzten Nomaden des Iran.

 

 

Termin: Oktober 2018, weitere Details folgen in Kürze.

Reiseleitung: Dr. Wolfgang Trachta, Altphilologe

Gruppengröße: Mind. 12, max. 24 Teilnehmer, Kleingruppenaufschlag 15 %

Preis: ab € 2.580,- im DZ mit Frühstück, inklusive Flüge bis/ab Teheran, Aufpreis für Einzelzimmer 30 €/Nacht.

 

 

 

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Copyright: Wikimedia Commos, Shadegan(goru), OpenStreetMap, Titelbild: https://www.flickr.com/photos/ninara/ under Wikimedia Commons

 

Programm:

 

Tag 1: Anreisetag

Flug nach Teheran. Transport zum Hotel.

Übernachtung in Teheran.

 

Tag 2: Teheran – Chorramabad

Weiterflug von Teheran nach Chorramabad. Transfer zum Hotel.

Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung.

Übernachtung in Chorramabad.

 

Tag 3: Chorramabad

Den dritten Reisetag widmen wir der Erkundung Chorramabads. Besucht wird die alte Festung Falak-al-Aflak, eine sassanidische Steinbrücke (Pol-e-Dochtar) sowie Pol-e-Khashkanrud.

 

Tag 4: Chorramabad – Ahwaz

Wir besichtigen Susa, Haft Tepe und Chogha Zanbil. Susa war eine städtische Siedlung und ein religiöses Zentrum. Hier befindet sich das Danielsgrab, in dem der biblische Prophet Daniel begraben sein soll. Der Ort ist seit über 4.000 Jahren besiedelt und bereits großflächig ausgegraben. Am besten erhalten sind Apadana (Empfangshalle), die Akropolis, die Kanäle und die Grabhügel. 20 km südlich liegt der elamische Fundort Haft Tepe (Sieben Hügel), ein im 15. Jh. v. Chr. errichtetes unabhängiges Fürstentum. Die Stadt Chogha Zanbil ist eine mittelelamische Gründung (13. Jh. v. Chr.). Die Königspaläste, der heilige Bezirk in einem fünfstufigen Zikkurat (ein der Stadtgottheit gewidmeter Stufenturm) sind die wichtigsten Elemente.

Übernachtung in Ahwaz.

 

Tag 5: Ahwaz – Hamedan

Wir fahren weiter nach Norden und verlassen Ahwaz in Richtung Hamedan, wo wir die Löwenskulptur Sang-e-Shir, das Ibn Sina Mausoleum (auch bekannt unter dem Namen Avicenna) sowie das Mausoleum der Esther und des Mordechai und den Grabturm Gonbad-e-Alaviyan bestaunen werden.

Übernachtung in Hamedan.

 

Tag 6: Hamedan – Alisadr

Der heutige Ausflug führt uns zur größten Unterwasserhöhle der Welt, nach Ali Sadr. In einem Boot sitzend, können wir die bis zu 11 km lange Höhle erforschen. Bei Ausgrabungen fanden sich nach der Wiederentdeckung 1963 Artefakte die bis in das 10. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen.

Übernachtung in Hamedan.

 

Tag 7: Alisadr - Kermanshah

Heute zuerst besuchen wir Gandj-i-Nameh (Inschriften zu Ehren von Ahura Mazda, dem Hauptgott der Zhoroastrier). Auf unserer Weiterfahrt nach Kermanshah halten wir in Bisotun (Darius-Basrelief mit dreisprachiger Inschrift; Karawanderai aus dem 15. Jh.).

Übernachtung in Kermanshah

 

Tag 8: Kermanshah – Qassre Shirin-Ker

 

Unsere heutige Exkursion führt uns nach Qassre Shirin-Ker, zur Palastanlage und dem Feuerheiligtum von Chosrau II, dem letzten Großkönig des Sassanidischen Reiches. Die zweite Station bringt uns zu den Lullubäer-Reliefs von Sar-e-Pol-Zohab.

Übernachtung in Kermanshah.

 

Tag 9: Kermanshah – Teheran

 

Flug von Kermanshah nach Teheran. Transport zum Hotel.

Übernachtung in Teheran.

 

Tag 10: Teheran

Am vorletzten Reisetag beschäftigen wir uns intensiv mit der Geschichte und Entstehung Teherans. Dazu besuchen wir das Kronjuwelenmuseum, das Nationalmuseum und schließlich den Golestanpalast.

 

Tag 11: Rückflug

Nach dem Frühstück transfer zum Flüghafen und anschließende Heimreise.