GRAKLIANI GORA - Also sprach Zarathustra

Grakliani Hill - 30 Kilometer nordöstlich von Tiflis liegt jener antiker Siedlungsplatz, der die Geschichtsschreibung Georgiens grundlegend veränderte. Die älteste Inschrift des Landes wurde freigelegt.

 

Vor etwa 11 Jahren, beim Bau einer Ölpipeline, wurden die Siedlungsschichten des Grakliani Hill zum ersten Mal angeschnitten. Im Jahr 2007, beim Anlegen einer neuen Autobahntrasse am Fuße des Hügels, kam der unglaubliche Fundreichtum von Grakliani Gora zu Tage. Die Baustelle verlief mitten durch eine Siedlung, die von der Autobahn heute überdeckt ist. Doch den gesamten Hügel hinauf findet sich Schicht über Schicht aus den unterschiedlichsten Zeiten.

 

Der älteste Fund, ein Faustkeil, der auf ca. 300.000 Jahre geschätzt wird, ist jedoch bislang ein Einzelstück. Die jüngsten Zeugnisse der Vergangenheit sind Gräber aus der Spätantike - sie gehören in das 5. Jhdt. n. Chr.

 

Der wichtigste Entdeckung ist eine Inschrift an einem Altar, die ins 11./10. Jhdt. v. Chr. datiert. Sie ist damit bei weitem die älteste Schrift auf georgischem Boden, mit etwa 1500 Jahren Abstand zur jetzt nur noch zweitältesten Schrift. Dieser bedeutende Fund wurde 2015 gemacht und erregte weltweit Aufsehen in den Altertumswissenschaften. 

Interessant ist dieser Fund auch deswegen, weil auf dieser Terrasse ein achämenidisch-zeitlicher Tempelraum aus dem 4. Jhdt. v. Chr. angebaut wurde. Die Rückwand des Raumes verbarg den Altar, die Inschrift und Weihegaben aus Gefäßen, es wurde aber bewusst nichts davon zerstört. In den neuen Räumen wurde Zarathustra verehrt, die alte Gottheit wurde aber aus Rücksicht oder Furcht belassen.

 

Die letztjährige Grabung unter der Leitung von Robert Übelacker MA von der NHG Nürnberg begann mit einem Grabungsschnitt auf einer der höher gelegenen Terrassen am Grakliani Hill. Es musste eine Versturzschicht entfernt werden, die vermutlich durch ein Erdbeben entstand und die achämenidischen Bauten bedeckte, die das Ziel der Forschungsgrabung sind. Zusammengestürzte Lehmwände bedeckten das Inventar eines Tempels.

Zu dessen Ausstattung gehörten Reste aufgehenden Mauerwerks, ein kleiner Altar und eine Menge an Keramikscherben; Überbleibsel von Gefäßen, die an Ort und Stelle zerstört und bedeckt worden waren. Unter diesen Resten fanden sich noch eine Menge Getreidekörner. 

 

All diese Funde und Befunde der vergangenen Kampagnen waren der Anlass zum Besuch eines Teams der UNESCO, die die Erklärung der Inschrift zum Weltkulturerbe erwägen.

 

Das Achämenidenreich war das erste persische Großreich. Es erstreckte sich vom späten 6. Jahrhundert v. Chr. bis ins späte 4. Jahrhundert v. Chr. über die Gebiete der heutigen Staaten Türkei, Zypern, Iran, Irak, Afghanistan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Syrien, Libanon, Israel, Palästina, Ägypten und Georgien. Der Name des Reiches leitet sich von der altpersischen Dynastie der Achämeniden ab. Diese ist nach dem Stammvater Achaimenes benannt, der die Perser von einem Siedlungsbereich in der Gegend um den Urmia-See in das später nach ihnen benannte Land Persis geführt haben soll.

 

Gehen Sie gemeinsam mit der ARGE Archäologie auf eine Entdeckungsreise in ein Gebiet, welches den meisten Westeuropäern weitgehend unbekannt ist. 2018 haben Sie die Gelegenheit, Ihr Wissen über die achämenidische Kultur auf einer außergewöhnlichen Ausgrabungen zu vertiefen - ein Erlebnis, das Sie mit Sicherheit nie vergessen werden!

 

Termine: SA 18. August - SA 25. August 2018. Weitere Termine bei entsprechender Nachfrage möglich.

Gruppengröße: Mind. 5, max. 8 Teilnehmer, Kleingruppenaufschlag 20 %

Preis: ab € 1.680,- im halben DZ mit Frühstück und Mittagessen, ohne Anreise bis/ab Tiflis (gerne buchen wir für Sie auch Ihre An/Abreise), EZ-Aufschlag 25 € pro Nacht. Zuzüglich einmaligem Vereinsmitgliedschaftsbeitrag von € 18,- bei der ersten Reise.

Detailprogramm auf Anfrage!

                                

 

 

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Quellen: Robert Übelacker, NHG
Bilder: Robert Übelacker, 

პაატა შ