DAKIEN - Wo Trajan siegte

 

Rumänien - Das antike Rom war namengebend für den heutigen Staat Rumänien, der sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. bildete. Bis dahin war das Staatsgebiet zersplittert und seit der Antike durchgängig unter Fremdherrschaft gewesen: Römer, Westgoten, Gepiden, Slawen, Russen, Bulgaren, Ungarn, Osmanen, die Siebenbürger Sachsen sowie Habsburg wechselten einander ab und führten gegeneinander so manchen Krieg um die großen fruchtbaren Gebiete diesseits und jenseits der Karpaten. Die rumänischen „Aborigines“ wichen in die unwirtlichen Berggebiete aus oder arrangierten sich mit den jeweiligen Herren, bzw. unterwarfen sich.

 

Mit der Entstehung des rumänischen Nationalstaates und der Befreiung aus der Leibeigenschaft begann aber die Suche nach der eigenen Identität und den Wurzeln des Rumänentums. Das letzte Mal frei gewesen war man ja vor den Römern, also suchte man dort und studierte die Geschichte der Daker/Thraker. Diese hatten schon seit dem 5. Jh. v. Chr. auf dem heutigen Staatsgebiet gelebt, wurden aber erst in ihrem Existenzkampf gegen das Imperium Romanum wirklich genau fassbar. Infolgedessen wurden vor allem archäologische Ausgrabungen forciert, die sich den Resten der dakischen Siedlungsplätze widmeten wobei man nicht umhinkam, auch die „neuen“ Bauten der Römer, welche 106 n. Chr. die dakischen Gebiete in ihr Reich eingegliedert hatten, entsprechend zu studieren.

 

Unsere Reise führt zu einer Reihe von Ausgrabungsstätten dieser beiden Kulturen sowie den zugehörigen Museen. Daneben riskieren wir aber auch ein Auge auf einige Top-Sehenswürdigkeiten abseits dieser beiden Schwerpunkte. Beispielsweise besuchen wir die östlichste Garnisonsstadt des Limes. Einst lag sie an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer, heute inmitten des Donaudeltas. Es wäre ein Versäumnis, das nicht für einen Ausflug mit einem kleinen Boot in dieses wunderbare Weltnaturerbe-Gebiet zu nutzen.

 

Termin: FR 18.05. –  FR 25.05.2018

Reiseleitung: Mag. Dr. Michael Balaun

Preis: Wird in Kürze bekanntgegeben. Ohne Flüge ab Sibiu/bis Bukarest. Inklusive Nächtigung mit Frühstück. Einzelzimmerzuschlag 20 €/Nacht.

 

Programm (weitere Details auf Anfrage):

 

Tag 1: Ankunft 

Anreise nach Sibiu (Hermannstadt). Es gibt sowohl ab Wien als auch ab München Direktflüge. Nach der Ankunft aller Mitreisenden gemeinsame Busfahrt nach Hunedoara – deutsch auch Eisenmarkt genannt.

 

Je nach Ankunftszeit bleibt eventuell ein wenig Zeit, diese im Mittelalter durch ihre Eisenproduktion weithin bekannte Stadt zu erkunden, in dessen Burg auch der berühmte Graf Vlad III. Drăculea gerne verweilte.

 

Beim gemeinsamen Abendessen genießen wir die deftige siebenbürgener Küche und lernen den Reiseleiter sowie die Mitreisenden kennen.

 

Nach dem Abendessen folgt ein kleiner Einführungsvortrag des Reiseleiters.

 

Tag 2:

Unsere Studienreise beginnen wir gleich mit einem Highlight: dem Besuch der Ausgrabungen von Sarmizegetusa Regia, Reichshauptstadt der Daker seit ca. 50 v. Chr. und im 1. Jh. sowie der nach der Unterwerfung der Daker neu errichteten Hauptstadt Sarmizegetusa Ulpia Trajana. In der Umgebung dieser Städte gibt es auch noch Reste von fünf dakischen und vier altrömischen Schutzburgen, von denen wir einige besichtigen.

 

Nach diesem erkenntnisreichen Tag fahren wir wieder zurück in unser Hotel in Hunedoara und freuen uns auf ein wohlverdientes Abendessen.

 

Tag 3:

Nach dem Frühstück brechen wir auf nach Brad, wo wir das weltweit einmalige Goldmuseum mit seiner speziellen Sammlung von Goldnuggets besuchen.

 

Anschließend fahren wir nach Rosia Montana in dessen Bergbau-Museum die Besichtigung eines antiken Stollens aus der Römerzeit auf uns wartet.

 

Unsere Rückfahrt treten wir über Schäßburg an, deren Altstadt als Unesco-Weltkulturerbe zählt und unternehmen, sofern es die Zeit erlaubt, einen kleinen Spaziergang durch die pittoresken Gässchen.

 

Anschließend fahren wir in unser neues Hotel nach Brasov - auch Kronstadt genannt, wo wir auch Abendessen werden.

 

Nach Zeit und Laune lohnt sich auch ein kleiner Verdauungsspaziergang in Kronstadts Altstadt. 

 

Tag 4:

Nach dem Frühstück begeben wir uns mit gepacktem Koffer nach Tulcea, wo wir die Ausgrabung von Dinogetia besichtigen. Dies war eine befestigte Stadt in hochwassersicherer Lage, die den Dakern ebenso wie den Römern und danach auch den Byzantinern wohl als Brückenkopf (ohne Brücke) für den Donauübergang an dieser Stelle gedient haben dürfte.

Die rund 7800 m² umfassende Befestigungsanlage mit ihren fast 3 m dicken Mauern beherbergt in ihrem Inneren sogar ein Kastellbad, welches bis in byzantinische Zeit in Betrieb geblieben war sowie eine frühchristliche Basilika.

 

Nach den reichen Erkenntnissen des Tages fahren wir in unser nächstes Hotel in Tulcea, dem ehemaligen Aegyssus, welches sogar in Ovids Schriften Erwähnung fand.

 

Nach dem Abendessen lauschen wir wohlgesättigt einem Vortrag des Reiseleiters.

 

Tag 5:

Heute besuchen wir das kleine Archäologischen Museums in Tulcea.

 

Anschließend fahren wir nach Murighiol wo wir das Grabungsgelände von Halmyris, der Garnisonsstadt am Ostende des Limes, besichtigen. Die Befestigung am Donauufer war ab der Eisenzeit besiedelt und diente 1.100 Jahre lang als kultureller und wirtschaftlicher Angelpunkt für die Region. Während der Christenverfolgung unter Diokletian wurde die Stadt außerdem Schauplatz für den Märtyrertod von St. Epictetus und Astion, welchen Kaiser Konstantin mit der Errichtung einer Basilika im 4. Jahrhundert ein Denkmal setzte.

Erst der veränderte Donaulauf nach zahlreichen Erdbeben ließ die Stadt langsam in Vergessenheit geraten, da sie immer weiter von der Donau wegrückte.

 

Am Nachmittag unternehmen wir eine Fahrt mit kleinen Booten in das Innere des hiesigen Biosphären-Reservates und beobachten die Vielfalt geschützter Vogelarten.

 

Wir übernachten nach dem Abendessen wieder in Tulcea.

 

Tag 6:

Wieder mit gepacktem Koffer brechen wir nach dem Frühstück auf nach Histria. Diese bemerkenswerte Stätte wurde bereits Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr als Kolonie der ionischen Stadt Milet gegründet und biete eine Vielzahl an archäologischen Schätzen, die wir auf dem Grabungsgelände sowie dem angeschlossenen Museum entdecken können.

 

Anschließend fahren wir weiter nach Constanza, das in römischer Zeit Verbannungsort Ovids war, und besichtigen das dortige Archäologische Museum. Dieses bietet uns z.B. einen musealisierten Marktplatz aus der Antike, von dem u. a. ein 800 m² großer Mosaikboden erhalten geblieben ist.

 

Auf dem Weg nach Bukarest fahren wir noch über den Ort Adamclisi. Dort befindet sich das Tropaeum Traiani; das Gegenstück zur Trajanssäule in Rom. Ein protziges Siegeszeichen anlässlich des Sieges Kaiser Trajans über die Daker.

 

Am späten Abend kommen wir schließlich in unserem Hotel in Bukarest an.

 

Tag 7:

Am Vormittag besuchen wir das Nationalmuseum der Rumänischen Geschichte, das einen würdigen Abschluss zu dieser Reise bildet; zu sehen sind u.a. auch hervorragende Kleinfunde aus der vorrömischen Zeit sowie ein Abguss der Trajanssäule in Rom, auf welcher der Feldzug Trajans gegen die Daker dargestellt ist. Ein besonderes Gustostück des Museums ist der sogenannte Schatz von Pietroasa; ein 22 Einzelteile umfassender Fund von goldenen Gegenständen aus der Völkerwanderungszeit, die – ihrer Kostbarkeit und Ausführung nach zu schließen - wohl einem gotischen Stammesführer gehört haben dürften.

 

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung, wobei sich in jedem Fall eine kurze Besichtigung der rumänischen Hauptstadt anbietet.

 

Im Anschluss treffen wir uns noch zu einem letzten gemeinsamen Abendessen, bei welchem wir angeregt über die Erkenntnisse der vergangenen Woche diskutieren und Kontaktdaten austauschen.

 

Wir übernachten wieder in Bukarest.

 

Tag 8:

Individuelle Heimreise