MALTA - Von der Steinzeit bis zu den Römern

Die bislang entdeckten dutzenden Megalithbauten auf der Mittelmeerinsel Malta und der kleineren Nachbarinsel Gozo geben Wissenschaftlern und interessierten Laien noch immer eine Menge Rätsel auf. Observatorien, Kultplätze, Versammlungsorte elitärer Schichten, jede Deutung hat ihre Anhänger.

 

Eine große Anzahl dieser faszinierender Steinbauten - Tempel, Felsengräber, Hypogäen* (ausgedehnte unterirdische Grab- bzw Sakralbauten) entstand in der Jungsteinzeit vor etwa 4.000 bis 2.500 Jahren vor Christus. Mühselig bearbeiteten die Baumeister der vielen Anlagen Blöcke mit Werkzeug aus dem extrem harten vulkanischen Gestein Obsidian, dem „Stahl der Steinzeit“.

 

Zur Zeit der Errichtung waren die Tempel und unterirdischen Kultanlagen jedenfalls nicht einfach wie heute felsgrau, sondern wurden durch die Bauherren und wohl auch der lokalen Bevölkerung lebensfroh bunt bemalt - die untersuchten Musterreste zeigen Spiralen, Pflanzen und auch Tiere. Indizien sprechen dafür, daß diese Gesellschaft matriarchalisch organisiert war - vielleicht waren jungsteinzeitliche Frauen ebenfalls unter den Baumeistern?

 

Heutige Ingenieure sprechen jedenfalls voller Bewunderung von den technischen Glanzleistungen der steinzeitlichen Konstrukteure der Bauten auf Malta - nicht umsonst wurden die Anlagen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 

Doch warum dieses hochbegabte Inselvolk vor ca 4.500 Jahren dann den Bau der Anlagen plötzlich einstellte, ist gleichwohl eines der großen Mysterien der Archäologie - die Deutungen reichen von regelmässigen Überfällen räuberischer Seebanditen über Dürrekatastrophen bis hin zu einem vermuteten Religionswechsel.

 

Auch ein weiteres Geheimnis - die sogenannten Karren- oder Schleifspuren, die sich überall auf der Insel finden - harrt noch der Lösung. Ob es Bewässerungssysteme waren oder Transportwege oder gar Sakralmuster - jeder Besucher von Malta bildet sich insgeheim seine eigene Meinung.

 

Nach 2.500 vor Christus verstummt diese bemerkenswerte Kultur, es finden sich auch kaum spätere Siedlungsreste. Erst in der Bronzezeit wurden Malta und Gozo wieder besiedelt, doch diese nachfolgende Kultur hatte mit der frühen Megalithkultur von Malta nichts gemein - die neuen Siedler legten sogar ihre Friedhöfe in den Tempelruinen an.

 

Im Herbst 2017 erkunden wir gemeinsam mit einem Archäologen die bedeutendsten prähistorischen Fundstellen Maltas. In chronologischer Reihenfolge besuchen wir paläolithische Höhlen, neolithische Tempelanlagen und Gräber, bronzezeitliche Festungen, punische Sakralstätten und nicht zuletzt auch römische Tempel, Villen und Wasserspeicher. Monumente aus der Zeit nach Christi Geburt bis in die Neuzeit werden uns auf unserer Reise immer wieder begegnen, unsere volle Aufmerksamkeit richten wir jedoch auf Epochen vor unserer Zeitrechnung.

 

Termin: SA 07.10. - SA 14.10. 2017

Reiseleitung: Klaus Schindl BA, Archäologe

Gruppengröße: Mind. 12, max. 24 Teilnehmer, Kleingruppenaufschlag 15 %

Preis: ab € 1.580,- im DZ mit Frühstück, ohne Flüge bis/ab Valetta. Aufpreis für Einzelzimmer 35 € pro Nacht.

 

 

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*Das Hypogäum Hal Saflieni ist aus konservatorischen Gründen auf unbestimmte Zeit geschlossen und nicht mehr zugänglich. Alternativ besuchen wir einen für die Archäologie noch bedeutenderen Fundort, den sog. Brochtorff Circle und auch die Katakomben von St. Augustin.

 

Reiseprogramm:

Tag 1: Anreisetag


Tag 2: Vom Paläolithikum bis zum frühen Neolithikum
Ghar Dalam & Ghar Hasan Cave
Skorba & Ta' Hagrat Tempel

 

Tag 3: Valletta und Umgebung
Archäologisches Museum & optionale Stadtbesichtigung
Tarxien & Korba III Tempel

 

Tag 4: Die Kultur der Megalith-Architekten
Ras-Il Pellegrin Höhensiedlung
Xemxija Felsgräber
Tempel von Hagar Qim und Mnajdra
Misqa Tanks

 

Tag 5: Spätneolithikum und Bronzezeit
Borg in-Nadur Tempel und Befestigung
St George's Bay Rock Cut Vats

Wardija ta' San Gorg bronzezeitliche Befestigung & Dingli Cliffs

Bahrija bronzezeitliche Höhensiedlung & Ras Ir-Raheb punische Fundstelle

 

Tag 6: Prähistorisches Gozo
Fährüberfahrt

Xaghra Stone Circle/Brochtorff Hypogäum
Ggantija & Santa Verna Tempel

Wardija Punischer Felstempel & Azure Window

Il Mixta Dwellings

 

Tag 7: Punisches und Römisches Malta

St. Augustine's Katakomben in Rabat

Ghajn Klieb Punische Felsgräber

Zejtun Punisch-Römische Villa

Tal Silg-Komplex

 

Tag 8: Abreise

 

 

Copyright: Wikimedia Commons, ZiYuXunLu, Petr Pelikan, Hamelin de Guettelet, Frank Vincentz, Rosario von Tulpe, Thyes.