LA PALMA und GRAN CANARIA - Auf den Spuren der jungsteinzeitlichen Ureinwohner

Die Kanarischen Inseln sind den Meisten nur als Reiseziel für Sonnenanbeter und Pauschaltouristen bekannt, doch die wenigsten Besucher ahnen, welche Geheimnisse und Rätsel sich hier verbergen. Bis zur Eroberung durch die Spanier im 15. Jahrhundert waren die Inseln von zahlreichen Stämmen eines heute fast zur Gänze verschwundenen jungsteinzeitlichen Volkes besiedelt, das ein erstaunlich hohes kulturelles Niveau erreicht hatte. Die Kunst der Trepanation war ebenso bekannt, wie die Mumifizierung und möglicherweise sogar der Bau von Stufenpyramiden. Die Frage, woher sie kamen, ist bis heute sogar unter Wissenschaftlern nicht unumstritten; ebenso die Bedeutung und der Ursprung ihrer Felsbilder und Kultplätze.

La Palma, die nordwestlichste Insel der Kanaren, scheint vor rund dreitausend Jahren – möglicherweise sogar noch früher – besiedelt worden zu sein und weist Besonderheiten auf, die sonst nirgendwo auf dem Archipel anzutreffen sind. Hier existierten 12 kleine Königreiche, die einem gewählten Hochkönig unterstanden. Der letzte von ihnen war der legendäre Volksheld Tanausu, eine Art Wilhelm Tell der Kanaren.

 

Auf Gran Canaria gelangte die Kultur der Altkanarier zu ihrer höchsten Blüte, was sich besonders in der Keramik und in zahlreichen imposanten Bauwerken ausdrückt.

 

Unsere Studienreise führt uns zu den bedeutendsten Zeugnissen der Ureinwohner auf beiden Inseln sowie zu Plätzen mit magischer Ausstrahlung in einer faszinierenden Landschaft. Wir werden einige der wichtigsten Felsbildstationen besuchen und versuchen, in diesem „Lexikon aus Stein“ zu lesen, das mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Höhlen, Grabungsstellen und spektakuläre Ritualplätze gehören ebenso zu unserem dicht gefüllten Tagesprogramm wie kleinere Wanderungen und Besteigung des heiligen Roque Bentaiga im wilden Bergland von Gran Canaria. Erklärungen vor Ort, Museumsbesuche und archäologische Infos zu aktuellen Forschungsergebnissen bieten eine sinnvolle Ergänzung.

 

Abendliche Vorträge zur Geschichte der Kanaren und den Hintergründen einzelner besuchter Stätten runden das Programm ab.

 

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Termin: Voraussichtlich 24.3. - 1.4.2018. Voranmeldungen willkommen.

Wissenschaftliche Reiseleitung: Prof. Harald Braem, Kanarenforscher

Gruppengröße: Mind. 12, max. 24 Teilnehmer, Kleingruppenaufschlag 15 %

 

Preis: ab € 1.960,- auf Basis DZ mit Frühstück. Einzelzimmerzuschlag 30 € pro Nacht. Inklusive An- und Abreise La Palma/Gran Canaria sowie Inlandsflug.

 

Weitere Info: klaus.schindl@arge-archaeologie.at oder +43 (0) 650 684 684 2

 

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Detailprogramm:

 

Samstag, Tag der Anreise:

 

Nach der Ankunft am Flughafen von La Palma beziehen wir unsere Hotelzimmer auf der Westseite der Insel. Je nach Ankunftszeit der Reiseteilnehmer bleibt noch ein wenig Zeit zum Erkunden der Umgebung. Gegen 19 Uhr begeben wir uns zum gemeinsamen Abendessen, wo wir den Kanarenforscher Prof. Harald Braem kennenlernen werden.

 

Sonntag:

 

Nach dem Frühstück (ca 8:30) fahren wir in den Norden der wunderschönen Insel La Palma. Die kurvenreiche Strecke mit weitreichendem Ausblick führt und in die Schlucht von Buracas, wo wir nach einer kurzen Wanderung die ersten Wohnhöhlen und versteckten Felsbilder der Ureinwohner sehen können.

Im Anschluss begeben wir uns nach Garafia, wo wir im Restaurant El Bernegal zu Mittag essen werden. Höhepunkt des Tages wird die Besichtigung der Felsritzungen und Kultplätze von Zarza/Zarzita.

Abends hält Prof. Braem einen Vortrag zu seiner jahrelangen Forschungsarbeit über die Besiedlung der Kanaren.

 

Montag:

 

Heute statten wir einer besonderen Keramikmanufaktur in Mazo einen Besuch ab. Hier werden exakte Kopien der Tongefäße der Ur-Canarios gefertigt. Wir haben die Gelegenheit die Herstellungsprozesse zu beobachten und aus erster Hand erklärt zu bekommen. Nach wenigen Minuten Fahrt erreichen wir die Höhlen von Belmaco, wo uns ein kleines Museum und weitere Felsbilder erwarten.

Zur Stärkung fahren wir in den Touristenort Los Concajos. Die zahlreichen Restaurants direkt am Strand bieten verschiedenste lokale Köstlichkeiten.

Unser nächstes Ziel liegt nur unweit unserer Mittagsrast – die „Pyramide“ von Mazo, die vom Strand aus zu sehen ist. Dieses nicht unumstrittene Bauwerk ähnelt einer Stufenpyramide, derer es noch zahlreiche auf den Kanarischen Inseln gibt. Professor Braem erklärt uns seinen Standpunkt und die verschiedenen Theorien zu diesen mysteriösen Bauwerken.

Abschließend fahren wir Richtung Nordosten, zu den Grabungsplätzen von Tendal.

 

Dienstag:

 

Am Morgen nehmen wir uns reichlich Zeit, um das archäologische Musem in Los Llanos genau zu erkunden. Unweit davon, bei El Paso, befinden sich zwei bedeutende Felsbildstationen. Eine kurze Wanderung durch ein trockengelegtes Bachbett führt uns zu diesen eindrucksvollen Fundorten. Auf unserer Fahrt passieren wir auch eine weitere „Pyramide“, heute mitten im Ort El Paso gelegen.

Nach einem Mittagspicknick begeben wir uns in den Süden, wo am Fuße des jüngsten Vulkankegels, dem Teneguia, eine Felsbildstation liegt. Glücklicherweise blieb diese von den Eruptionen und Lavaströmen im Jahr 1971 verschont.

Die nahegelegenen Salinen warten mit einem Besucherzentrum und einem vorzüglichen Restraurant auf uns.

 

Mittwoch:

 

Mit gepackten Koffern begeben wir uns zum Flughafen. Ein kurzer Flug bringt uns auf die Nachbarinsel Gran Canaria. Nach unserer Unterbringung bleibt Zeit für eine Stadtbesichtigung und einen gemütlichen Nachmittag.

 

Donnerstag:

 

Auf der Westseite der Insel wartet das neue Archäologiezentrum Cueva Pintada bei Galdar auf unseren Besuch. Ein großer Laufsteg umgibt das Grabungsgelände – hier können die Wohnstätten eines kanarischen Stammes im Original betrachtet werden.

Im Anschluss statten wir den Wohnanlagen und der Nekropole von La Guancha einen kurzen Besuch ab.

Besonders sehenswert ist Cenobio de Valeron, gemeinsam mit der Cueva Pintada das Wahrzeichen der Insel. Es handelt sich um einen alten Getreidespeicher mit 298 Abteilungen, der von den Ureinwohnern bis ins 15. Jahrhundert genutzt worden war. Abschließend, sollte es die Zeit erlauben, begeben wir uns noch zum Musem in Las Palmas.

 

Freitag:

 

Besonders eindrucksvoll sind die Wohnhöhlen von Cuatros Puertas (Vier Tore). Mit einfachsten Werkzeugen wurden diese Räume in den harten Fels geschlagen.

Unser nächster Stop führt uns zum Roque Bentaiga, der angeblich der Rückzugsort vieler Altkanarier war, nachdem sie 1483 eine Schlacht gegen die überlegenen Spanier verlorgen hatten. Ausgrabungen führten an diesem markanten Punkt zur Entdeckung von Wohnhöhlen, Bestattungsplätzen und alten Schriftzeichen.

Mittags kehren wir im Restaurant Hao in Santa Lucia ein, das auch ein kleines Museum führt.

Auf der Rückfahrt zum Hotel halten wir an der letzten Bergfestung der Ureinwohner in Ansite. Diese „Festung“ liegt an einer fast unüberwindbaren Steilklippe, in der sich zahlreiche bewohnte Höhlen befanden, die als letzter Rückzugsort vor den Spaniern dienten.

 

Samstag:

 

Nach dem Frühstück begeben wir uns in den Süden Gran Canarias zum Erlebnispark Mundo Aborigen, wo die Rekonstruktion eines altkanarischen Dorfes besucht werden kann. Unser Reiseleiter führt uns durch Szenen des alltäglichen Lebens der Ureinwohner, erklärt Werkzeuge, Waffen und den sozialen Aufbau der damaligen Gesellschaft.

Im Anschluss fahren wir ins Fataga-Tal, das nicht nur landschaftlich besonders reizvoll ist, sondern auch in der Geschichte der Altkanarier eine einschneidende Rolle spielte. Im 16. Jahrhundert fanden hier einige entscheidende Kämpfe zwischen den Spaniern und den Ureinwohnern statt, die die Herrschaftsrechte über die Insel entschieden haben. Der letzte Programmpunkt unserer Reise bringt uns nach Guyadeque, eine fruchtbare und wunderschöne Schlucht in einem Nationalpark. Im Heilige Tal der Höhlen erwarten uns nicht nur archäologische Schätze – auch Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Unsere Erkundungsreise lassen wir in einem lokalen Höhlenrestaurant ausklingen. Wir genießen die kanarische Küche, tauschen Kontaktadressen aus und besprechen die Erlebnisse einer spannenden Woche.

 

Sonntag: Abreisetag

 

Abschied ist niemals leicht. Doch die Geschehnisse und Erfahrungen dieser Reise lassen uns die Kanarischen Insel nun aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Auf Wiedersehen, Gran Canaria!

 

Info: Änderungen des Reiseprogramms vorbehalten.

Copyright Fotos: Harald Braem, Klaus Schindl