Archäologische Nachweise für Wikingersaga "Heimskringla": König Olavs Grabstätte in Norwegen gefunden

Fundamente der wikingerzeitlichen Kirche, in welcher Olaf der Heilige bestattet worden sein soll/ © Norwegian Institute for Cultural Heritage Research (NIKU)
Fundamente der wikingerzeitlichen Kirche, in welcher Olaf der Heilige bestattet worden sein soll/ © Norwegian Institute for Cultural Heritage Research (NIKU)

Eine der berühmtesten Wikingersagas, die "Heimskringla" beschreibt, wie der gefürchtete Wikingerkrieger Olav Haraldsson - der spätere Schutzheilige von Norwegen - in zahlreichen, epischen Schlachten kämpfte, Norwegen eroberte unter seiner Krone vereinigte und nach seiner Taufe das Christentum in Norwegen etablierte. Selbst nach seinem Tod in der Schlacht von Stiklestad gegen den heidnischen König Knut von Dänemark und England, bei welcher das christliche Heer unter Olav trotzdem einen eindeutigen Sieg verrechnen konnte, wurden seinem Leichnam noch zahlreiche Wundertaten zugeschrieben.  

 

Laut dem Norwegischen Institut für die Erforschung Kulturellen Erbes (NIKU) haben Archäologen nun am 11. November eine vielversprechende Entdeckung gemacht: die Fundamente einer Kirche, zu welcher die sterblichen Überreste König Olavs direkt nach seiner Heiligsprechung 1031 überführt worden waren. 

 

Die Fundstelle befindet sich in Trondheim, wo Olav nach seinem Heldentod bestattet wurde. Nachdem sich durch die örtliche Bevölkerung jahrelang zahlreiche Geschichten über Wunder im Zusammenhang mit Olavs Leichnam verbreitet hatten, wurde die Öffnung seiner Grabstätte veranlasst und - laut Kirche - sein Körper auf mirakulöse Art und Weise konserviert vorgefunden, woraufhin er vom örtlichen Bischof heiliggesprochen und in der Kirche des Hl. Klemens wiederbestattet wurde. 

 

Tod St. Olavs bei der Schlacht von Stiklestad, dargestellt von Halvdan Egedius basierend auf der Heimskringla / © wikimedia commons
Tod St. Olavs bei der Schlacht von Stiklestad, dargestellt von Halvdan Egedius basierend auf der Heimskringla / © wikimedia commons

Diese soll die Kirche sein, welche nun laut Archäologen des NIKU freigelegt wurde - zu den Befunden zählten Steinfundamente und sogar eine kleine, rechteckige Steinplattform, welche vermutlich Standort des Altars gewesen war. Dieser könnte der Hochaltar gewesen sein, welcher über Olavs Grab errichtet worden war. Außerdem konnten die Reste eines Brunnens sichergestellt werden, der vermutlich mit dem Heiligenkult um den verstorbenen König in Verbindung gestanden haben dürfte. 

 

Diese Fundstätte sei für die norwegische Geschichte einzigartig im Hinblick auf Religion, Kultur und Politik, erklärte auch Anna Petersén, die Leiterin der Ausgrabung. Ein großer Teil der norwegischen Identität sei auf dem Kult um die Heiligkeit König Olavs aufgebaut und nun hätten sie den Ort gefunden, an welchem alles begann. 

 

König Olavs sterbliche Überreste sollen sich heute unter der Nidaros Kathedrale in Trondheim, wohin der Leichnam einige Jahre später, nachdem der Papst seine Heiligsprechung 1164 anerkannt hatte, überstellt worden war, befinden. 

 

Quellen: 

 


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