Geophysikalische Prospektion in Carnuntum

Quartiere der Römischen Garde wurden mittels Bodenradar und Magnetfeldsensoren entdeckt!


Abbildung: Virtuelle Rekonstruktion der castra singularis; 7reasons / ikant / lbi archpro
Abbildung: Virtuelle Rekonstruktion der castra singularis; 7reasons / ikant / lbi archpro

Die großflächige Erforschung der Römerstadt Carnuntum durch das Ludwig Boltzmann Institut für archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) hat erneut interessante Ergebnisse geliefert.

 

Seit 2011 konnte bereits der Großteil der ursprünglichen Ausdehnung der früheren Hauptstadt der Römischen Provinz von Oberpannonien eruiert und unter Anderem die Gladiatorenschule und das Marschlager lokalisiert werden.

 

Bei der heutigen Pressekonferenz im Archäologischen Park Carnuntum wurde gemeinsam mit allen Mitwirkenden verkündet, dass nun auch im Südbereich des Statthalterpalastes mittels Bodenradar und Geomagnetik die vermeintlichen Quartiere für die Leibgarde des Statthalters entdeckt wurden. Das Projekt, welches unter der Leitung von Wolfgang Neubauer, der jüngst zum Österreichischen Wissenschaftler des Jahres gekürt wurde, steht, lieferte einen "riesigen" Datensatz, welcher nun zeitintesiv ausgewertet werden müsse, aber auch "Großes" sichtbar machen würde.

 

Die Quartiere befanden sich offenbar zwischen dem campus (dem Übungsplatz der Legion) und dem praetorium (dem Amtssitz des oberpannonischen Provinzstatthalters). Das Areal, auf welchem nun sechs bis sieben Mannschaftsbaracken identifiziert werden konnten, umfasste ursprünglich ca. 1,8 Hektar und war mit einer Mauer umgeben. Die Anzahl der Baracken lassen, so Wolfgang Neubauer, auf eine Truppenstärke von 400 bis 500 Mann schließen.

 

Der jüngste Fund stellt nicht zuletzt auch deshalb eine derartige Besonderheit dar, da Carnuntum bisher der einzige Standort im einstigen Imperium Romanum ist, wo der Sitz des Statthalters und seiner Leibgarde verortet werden konnte - selbst in Rom war dies noch nicht vollständig gelungen. 

 

Links: 

Video: techlab7reasons

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